Zumeldung zur aktuellen PM des Philologenverbands (PhV) und des Realschullehrerverbands (RLV) zur Stärkung des differenzierten Schulsystems

Quelle: ©iStockphoto.com/Ridofranz

Veröffentlicht am 26. Februar 2026

Realschulen sind wichtiger Partner der Beruflichen Schulen

Es braucht eine sachliche und konstruktive Diskussion über verbindliche Leistungsstandards in den Schularten der Sekundarstufe I

Ohne Berufliche Bildung werden wir die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen nicht meistern

Der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV) begrüßt die aktuelle Debatte um die Weiterentwicklung der Sekundarstufe I ausdrücklich: „Jede Reform, die das Ziel verfolgt, Schülerinnen und Schüler besser zu fördern, Leistungsfähigkeit zu sichern und Bildungswege durchlässig zu gestalten, verdient eine sachliche und konstruktive Diskussion“, so der BLV-Vorsitzende Thomas Speck heute in Stuttgart.

Für die Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg ist dabei ein Punkt von zentraler Bedeutung: Die Realschulen sind ein unverzichtbarer Partner. Der mittlere Bildungsabschluss bildet für zehntausende junge Menschen jedes Jahr das tragende Fundament für eine erfolgreiche duale Ausbildung, für den Besuch eines Berufskollegs oder für den Weg an ein Berufliches Gymnasium mit dem Ziel der Allgemeinen Hochschulreife. Diese verlässliche Anschlussfähigkeit ist eine besondere Stärke des baden-württembergischen Bildungssystems.

Unabhängig von strukturellen Fragen – etwa der möglichen Weiterentwicklung von Schularten – ist entscheidend, dass am Ende der Sekundarstufe I verbindliche Mindestkompetenzen gesichert sind. Berufliche Schulen bauen auf klar definierten fachlichen, methodischen und personalen Grundlagen auf. Wer eine duale Berufsausbildung beginnt oder in ein Berufskolleg beziehungsweise Berufliches Gymnasium eintritt, muss über tragfähige Kompetenzen in Deutsch, Mathematik, Englisch sowie über grundlegende Lern- und Arbeitstechniken verfügen. Nur so können Ausbildungserfolg, Fachkräftesicherung und individuelle Aufstiegsperspektiven gewährleistet werden.

Selbstverständlich sind Schülerinnen und Schüler aus Realschulen, Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen an unseren Beruflichen Schulen gleichermaßen willkommen. Vielfalt der Bildungsbiografien ist gelebte Realität an Beruflichen Schulen. Entscheidend ist jedoch, dass die Sekundarstufe I insgesamt so gestärkt wird, dass junge Menschen mit einem soliden Leistungsstand durch den mittleren Bildungsabschluss in die nächste Phase eintreten können – sei es in Berufsausbildung, Berufskolleg oder Beruflichem Gymnasium.

Die Beruflichen Schulen übernehmen Verantwortung für mittlere Abschlüsse, Fachhochschulreife, Abitur und berufliche Qualifikation. Damit dieser Auftrag erfolgreich erfüllt werden kann, braucht es starke allgemeinbildende Schulen in der Fläche.

Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels ist klar: Ohne eine starke Berufliche Bildung wird Baden-Württemberg seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht sichern können. Deshalb müssen Reformüberlegungen in der Sekundarstufe I immer auch die Anschlussfähigkeit an Ausbildung und Berufliche Schulen im Blick behalten.

Der BLV steht für einen konstruktiven Dialog aller Beteiligten: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, jungen Menschen tragfähige Bildungswege zu eröffnen – mit klaren Leistungsstandards, verlässlichen Abschlüssen und echten Aufstiegsperspektiven“, so der BLV-Vorsitzende abschließend.

Hier finden Sie unsere Pressemitteilung als Pdf zum Download.

Veröffentlicht am 26. Februar 2026

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