PM zur heutigen Regierungspressekonferenz zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft

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Veröffentlicht am 20. Januar 2026

Der BLV begrüßt die Initiative von Ministerpräsident Kretschmann zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft und fordert konsequente Einbindung der beruflichen Schulen.

Der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV) unterstützt ausdrücklich die Initiative von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft. Der BLV-Vorsitzende Thomas Speck betont die große Bedeutung des Themas für den Bildungserfolg junger Menschen und macht zugleich deutlich, dass die beruflichen Schulen dabei von Anfang an mitgedacht werden müssen.

„Eine starke Erziehungspartnerschaft ist ein zentraler Baustein für gelingende Bildungsbiografien. Das gilt nicht nur für allgemeinbildende Schulen, sondern in besonderem Maße auch für die beruflichen Schulen“, erklärt Thomas Speck. Gerade hier wirkten mehrere Akteure zusammen: Lehrkräfte, Eltern sowie Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben.

Aus Sicht des BLV ist es entscheidend, Ausbilderinnen und Ausbilder systematisch in die Erziehungspartnerschaft einzubeziehen. Die duale Ausbildung lebt vom engen Austausch zwischen Schule und Betrieb. Dieser Austausch braucht klare Strukturen, verlässliche Zeitfenster und eine Anerkennung als wichtiger Bestandteil pädagogischer Arbeit. Gleichzeitig müssen Eltern weiterhin in die Pflicht genommen und dabei unterstützt werden, ihre Verantwortung auch im beruflichen Bildungsweg ihrer Kinder wahrzunehmen.

Herausragend bewertet der BLV die Angebote der Elternstiftung Baden-Württemberg. Programme wie die Elternmentorinnen und Elternmentoren leisten einen wichtigen Beitrag, um Eltern zu erreichen, zu informieren und zu befähigen. „Diese erfolgreichen Angebote müssen dringend ausgebaut werden“, so Speck. „Insbesondere die Unterstützung von Eltern mit nichtdeutscher Herkunftssprache braucht eine nachhaltige und verlässliche Finanzierung, um langfristig Wirkung zu entfalten.“

Darüber hinaus weist der BLV auf den wachsenden Fortbildungsbedarf der Lehrkräfte hin. Elternarbeit, interkulturelle Kommunikation und die Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben erfordern spezifische Kompetenzen. Dafür braucht es passgenaue Fortbildungsangebote, die praxisnah sind und den besonderen Bedingungen beruflicher Schulen Rechnung tragen.

Ein zentrales Anliegen des BLV ist zudem die zeitliche Dimension: Elternarbeit und der Austausch mit Ausbilderinnen und Ausbildern müssen sich realistisch in der Arbeitszeit der Lehrkräfte wiederfinden. „Unterricht ist nachweislich wirksamer, wenn Lehrkräfte ausreichend Zeit für Beziehungsgestaltung haben“, betont Speck. Diese Zeit dürfe nicht als Zusatzbelastung verstanden werden, sondern müsse als integraler Bestandteil professioneller Bildungsarbeit anerkannt werden.

Der BLV Baden-Württemberg sieht in der Initiative des Ministerpräsidenten eine wichtige Chance, die Erziehungspartnerschaft insgesamt zu stärken. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch, dass die beruflichen Schulen, die Betriebe und die spezifischen Bedarfe ihrer Schülerinnen und Schüler konsequent einbezogen werden.

Hier finden Sie unsere Pressemitteilung als Pdf zum Download.

Veröffentlicht am 20. Januar 2026

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