Arbeitstagung des Beamtenbundes im Regierungsbezirk Karlsruhe stand zwischen Wertschätzung und Sparzwang
Veröffentlicht am 5. Oktober 2026
Bei der Arbeitstagung des Regierungsbezirksverbands Karlsruhe standen die Herausforderungen des öffentlichen Dienstes im Mittelpunkt – von Personalmangel und Haushaltsengpässen bis hin zu Arbeitszeit, Besoldung und Reisekosten. Regierungspräsident Föhr und BBW-Vertreter diskutierten dabei über notwendige Rahmenbedingungen, Wertschätzung und die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes.
Zur jüngsten Arbeitstagung des Regierungsbezirksverbandes Karlsruhe konnte der dbb-bbw-Bezirksvorsitzende Dirk Preis einen besonderen Gast begrüßen, den neuen Regierungspräsidenten Herrn Föhr. In einer nahbaren und humorvollen Vorstellung skizzierte er die Kernherausforderungen seiner ersten drei Monate im Amt. Neben den Chancen und Budgetgrenzen von Künstlicher Intelligenz fand Föhr klare Worte zum Thema Bashing gegen das Beamtentum. Er wies die pauschale Kritik aus der Politik scharf zurück und lobte die hohe Leistungsbereitschaft in seiner Behörde. Angesichts dünner werdender Personaldecken forderte er Rahmenbedingungen, die es erlauben, im „Kampf um die Besten“ konkurrenzfähig zu bleiben.
Dirk Preis knüpfte in seiner Rede direkt an die personellen und finanziellen Engpässe an. Am Beispiel der Polizeibehörde verdeutlichte er die Folgen des Sparzwangs. Preis kritisierte zudem populistische Urlaubs-Debatten von Politikern auf dem Rücken der Beschäftigten. Es fehle an echter Wertschätzung und gerechter Bezahlung, der BBW werde der Landespolitik hier weiterhin genau auf die Finger schauen.
Der BBW-Landesvorsitzende Kai Rosenberger nutzte die Anwesenheit des Regierungspräsidenten für ein gewohnt engagiertes Plädoyer zu den drängendsten Verbandsthemen:
- Reisekosten: Angesichts der Spritpreise fordert der Verband eine Erhöhung der Kilometerpauschale auf mindestens 45 bis 50 Cent. Rosenberger mahnte eine rasche Umsetzung ohne Verzögerung an.
- Arbeitszeit und Besoldung: Die 2003 als Provisorium eingeführte 41-Stunden-Woche für Beamte muss endlich auf 40 Stunden reduziert werden. Durch die Umrechnung in Deputate könnten dringend benötigte neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden. Zudem brauche es rechtssichere Lösungen bei der amtsangemessenen Alimentation.
- Pensionsfonds und Beihilfe: Plänen der Politik, Haushaltslöcher durch Entnahmen aus dem Pensionsfonds zu stopfen, erteilte Rosenberger eine klare Absage. Die Pensionen müssten sicher bleiben. Auch am bewährten System aus privater Versicherung und Beihilfe rüttelt der Verband nicht.
Im Bereich der Medienbildung betonte Rosenberger die enorme Bedeutung von TikTok und Instagram für die Generation Z. Martina Scherer (Vorsitzende des Philologenverband) ergänzte, dass professionelle Social-Media-Arbeit eigene Ressourcen erfordere und regte ein gegenseitiges „Reposten“ der Verbände an, um die Reichweiten zu maximieren.
Ute Bilkenroth
Veröffentlicht am 5. Oktober 2026