PM des BLV: Dr. Christoph Franz zum neuen Vorsitzenden gewählt
Veröffentlicht am 6. März 2026
Neue Impulse für Innovation und digitalen Unterricht
Mehr Unterstützung und Freiräume für Lehrkräfte
Berufliche Schulen als Schlüssel für Bildung und Fachkräfte von morgen
Die Delegiertenversammlung des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e. V. (BLV) hat am heutigen Freitag, 06.03.2026 in Ludwigsburg, Dr. Christoph Franz mit großer Mehrheit (88,21 %) zum Landesvorsitzenden gewählt.
Der BLV ist mit fast 12.000 Mitgliedern die größte Gewerkschaftsorganisation im Bereich des beruflichen Schulwesens und stellt im Hauptpersonalrat am Kultusministerium und in den Bezirkspersonalräten in allen vier Regierungspräsidien die Mehrheit.
Christoph Franz ist seit 25 Jahren Mitglied beim BLV. Im Hauptamt ist Christoph Franz Schulleiter an der Peter-Bruckmann-Schule in Heilbronn. Darüber hinaus engagiert er sich als Feuerwehrkommandant und ist es gewohnt, auch in herausfordernden Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren – eine Fähigkeit, die ihm auch in seiner neuen Funktion zugutekommen dürfte. Christoph Franz ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.
Michaela Keinath (stellv. Schulleiterin an der Johanna-Wittum-Schule Pforzheim) wurde in ihrem Amt als stellvertretende BLV-Vorsitzende bestätigt. Neu in das Amt des stellvertretenden BLV-Vorsitzenden gewählt wurde Benjamin Starke (Lehrer für Betriebswirtschaft und kath. Religionslehre an der Johann-Philipp-Bronner-Schule Wiesloch und Bezirkspersonalrat [BS] am Regierungspräsidium Karlsruhe).
Vor rund 400 Delegierten und Gästen, unter ihnen Kultusministerin Theresa Schopper und namhafte bildungspolitische Sprecherinnen und Sprecher mehrerer im Landtag vertretener Parteien, stellte Dr. Christoph Franz die besondere Rolle der beruflichen Schulen als innovatives und integratives Herzstück des Bildungssystems heraus. Rund 70 Prozent eines Altersjahrgangs besuchen im Laufe ihres Lebens eine berufliche Schule. „Wir sichern den Fachkräftenachwuchs, bieten alle Bildungsabschlüsse und schaffen echte Bildungsgerechtigkeit – gerade auch im ländlichen Raum“, betonte Franz. Berufliche Schulen seien Orte der Praxisnähe, der Durchlässigkeit und der zweiten Chancen.
Gleichzeitig verwies Franz auf die wachsenden Herausforderungen im Schulalltag: zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, Sprachdefizite, steigende psychische Belastungen sowie eine sinkende Lernmotivation. „Diese Entwicklungen erfordern neue pädagogische Ansätze, mehr Unterstützungssysteme und vor allem Zeit für die eigentliche Kernaufgabe – guten Unterricht“, so Franz.
Mit Blick auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz machte der neue Vorsitzende deutlich, dass sich Lernen und Unterricht grundlegend verändern werden. Neben technischer Ausstattung gehe es vor allem um neue Kompetenzen: „Entscheidend ist künftig nicht nur Wissen, sondern die Fähigkeit, Informationen zu bewerten und die richtigen Fragen zu stellen.“
Der BLV fordert daher verlässliche Investitionen in die Bildungsinfrastruktur sowie eine moderne digitale Ausstattung auf dem Stand der Wirtschaft. Gleichzeitig brauche es mehr Freiräume für Innovation: „Bürokratie hemmt Entwicklung. Wer Innovation will, muss Schulen und Lehrkräften Gestaltungsspielräume geben“, so Franz.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung von Qualität und Integration: Sprachförderung, verlässliche Berufsvorbereitung und die Stärkung der Durchlässigkeit im Bildungssystem seien zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Bildungsbiografien. Unterstützt werden müssten Lehrkräfte dabei stärker durch multiprofessionelle Teams.
Abschließend betonte Franz die Bedeutung attraktiver Arbeitsbedingungen im Lehrerberuf: „Nur mit einem starken und anerkannten Lehrerberuf können wir die Qualität unseres Bildungssystems langfristig sichern.“ Berufliche Schulen seien und blieben das unverzichtbare Bindeglied zwischen Schule, Ausbildung, Arbeitsmarkt und Hochschule.
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Veröffentlicht am 6. März 2026