Offizielle Stellungnahme des BLV zu Hatespeech im Chat des Online-Events am 10.02.2026
Veröffentlicht am 11. Februar 2026
Der Berufsschullehrerverband (BLV) verurteilt die im Rahmen der Veranstaltung aufgetretenen Fälle von Hatespeech und psychischer, geschlechterbezogener Gewalt ausdrücklich, bedauert die daraus entstandene Belastung für Betroffene und wird seine Präventions- und Schutzmaßnahmen konsequent weiter stärken.
Im Zusammenhang unseres gestrigen Online-Events anlässlich 100 Jahre Hochschulreife mit beruflichem Profil im Landesmedienzentrum Baden-Württemberg nehmen wir als Berufsschullehrerverband (BLV) wie folgt Stellung:
Wir sprechen uns unmissverständlich und mit aller Deutlichkeit gegen Hatespeech sowie gegen jede Form psychischer, geschlechterbezogener Gewalt aus. Derartige Angriffe – ob offen oder anonym, ob digital oder analog – haben im gesamten Berufsschullehrerverband BW und in der Gesellschaft keinen Platz. Mehr noch: Wir sind entschiedene Gegner solcher Verhaltensweisen und setzen uns aktiv für ein respektvolles, wertschätzendes und diskriminierungsfreies Miteinander ein.
Unser Selbstverständnis ist es, ein Schutzraum für Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für alle uns anvertrauten Personen zu sein. Wir stehen Betroffenen in schwierigen Situationen solidarisch zur Seite und übernehmen Verantwortung – präventiv wie auch im akuten Anlassfall.
Es war zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht, einzelne Gäste unserer Podiumsrunde den Vorkommnissen im offenen Fragen-Chat auszusetzen. Umso mehr bedauern wir zutiefst, dass ein freudiger und positiver Anlass für einzelne Personen eine derart negative Erfahrung zur Folge hatte. Dafür können wir uns nur ausdrücklich und aufrichtig entschuldigen. Dies entsprach in keiner Weise unserem Anspruch oder unserer Haltung.
Während der Online-Veranstaltung am Dienstag wurde der Fragen-Chat aufgrund der Vorkommnisse und des missbilligenden Verhaltens anonymer Nutzerinnen und Nutzer nach etwa der Hälfte der Übertragungszeit geschlossen. Direkt im Anschluss an die Sendung fand eine persönliche Beratung durch das Referat „Jugendmedienschutz“ des Landesmedienzentrums für Betroffene statt. Weitere
Hilfsangebote wurden und werden zur Verfügung gestellt. Über die Religionslehrerin steht der BLV zudem in kontinuierlichem beratendem Kontakt mit der betroffenen Familie.
Wir danken dem Landesmedienzentrum für die Begleitung und Beratung während der gesamten Veranstaltung und auch im Anschluss.
Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst – insbesondere auch im Kontext der am selben Tag veröffentlichten „Dunkelfeldstudie ‚Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag‘ (LeSuBiA)“ des Bundesfamilienministeriums, Bundesinnenministeriums und Bundeskriminalamts. Die Studie verdeutlicht eindringlich, wie real und belastend geschlechterspezifische Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen im Alltag vieler Menschen sind. Dies bestärkt uns in unserem Engagement für Prävention, Aufklärung und klare Haltung.
Zugleich prüfen wir, juristisch gegen Nachstellungen, üble Nachrede und sonstige rechtswidrige Handlungen vorzugehen.
Grundsätzlich möchten wir Betroffene von Hatespeech und geschlechterspezifischer psychischer Gewalt auf folgende kostenfreie Hilfsangebote aufmerksam machen:
– Medienpädagogische Beratungsstelle des Landesmedienzentrums
– „BITTE WAS?! Kontern gegen Fake und Hass“ des Landesmedienzentrums
– JUUUPORT Online-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche, u. a. zu Hasskommentaren, Cybermobbing oder Doxing
– HateAid Beratung für Betroffene digitaler Gewalt
– Beratungslehrkräfte an Schulen
– Lokale schulpsychologische Beratungsstellen
Wir werden die Ereignisse sorgfältig aufarbeiten und prüfen, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind, um zukünftige Veranstaltungen noch besser zu schützen und einen sicheren Rahmen für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Für uns steht fest: Respekt, Menschenwürde und gegenseitige Wertschätzung sind nicht verhandelbar.
Thomas Speck, BLV-Vorsitzender
Benjamin Starke, Leiter des BLV-Referats kfm. Bildung und Moderator
Hier finden Sie unsere Pressemitteilung als Pdf zum Download.
Veröffentlicht am 11. Februar 2026