Kein weiteres Sonderopfer für Lehrkräfte

Kein weiteres Sonderopfer für Lehrkräfte – Berufsschullehrer protestieren scharf gegen Verschlechterung der Altersermäßigung und weiteres Hinausschieben der Pensionierungsgrenze.

Ein weiteres Hinausschieben der Pensionierungsgrenze für Lehrkräfte um bis zu einem Jahr und gleichzeitig eine Verschlechterung der Altersermäßigung ist mit dem BLV nicht zu machen, erklärte die Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes (BLV) Margarete Schaefer am 6. November 2013 in Stuttgart. „Was hat uns die Landesregierung allein im Jahr 2013 nicht alles zugemutet: Nullrunde in der Besoldung, Besoldungskürzung für Dienstanfänger um 8 %, Kürzung der Anrechnungen für außerunterrichtliche Aufgaben der Lehrkräfte der beruflichen Schulen um etwa ein Drittel, massive Verschlechterungen in der Beihilfe, und jetzt sollen wir noch Ja sagen zu höheren Arbeitszeiten für Lehrkräfte zwischen 58 und 62 Jahren?! Zusätzlich sollen die Lehrkräfte über die bereits von der alten Landesregierung beschlossene Anhebung der Pensionierungsgrenze noch bis zu einem Jahr länger unterrichten. „Hierzu können wir keine Zustimmung geben“, so BLV-Vorsitzende Margarete Schaefer.

Die Altersermäßigung sei keine Besserstellung von Lehrkräften, auch keine freiwillige Leistung der Landesregierung, sondern als Umsetzung einer Arbeitszeitreduzierung im öffentlichen Dienst im Lehrerbereich eingeführt worden. Das Bestehenbleiben der

Altersermäßigung war auch eine Zusage der vorherigen Landesregierung im Zuge der Erhöhung der Lebensarbeitszeit der Lehrkräfte. „Damit zeigt sich wieder einmal, dass olitikerzusagen oftmals nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben sind“, so Schaefer. Gerade unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit müsste stattdessen die Altersermäßigung erhöht werden. Unter der Lehrerschaft bestünde überhaupt kein Verständnis dafür, dass man einerseits die Altersgrenze der Lehrkräfte zusätzlich um bis zu einem weiteren Jahr hinausschieben und dann gleichzeitig noch die wöchentliche Arbeitszeit um bis zu zwei Deputatsstunden für die 58 bis 62jährigen Lehrkräfte erhöhen will.

Schaefer wies darauf hin, dass man Lehrerinnen und Lehrern an den beruflichen Schulen und an den Gymnasien seit 1993 bereits zwei Deputatserhöhungen von 23 über 24 auf 25 Unterrichtsstunden zugemutet hat. Außerdem sei die Altersermäßigung bereits mehrfach gekürzt worden, letztmals im Jahr 2009 und dies alles bei mäßigen und mehrfach verschobenen Besoldungssteigerungen und Nullrunden. „Die Streichung der Altersermäßigung für die 58- und 59jährigen Lehrkräfte und die Halbierung der Altersermäßigung für die 61- und 62jährigen Lehrkräfte ist ein weiteres Sonderopfer für Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen Baden-Württembergs. Dies als Anerkennung und Wertschätzung der guten Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer zu bezeichnen, grenzt an Hohn, so die BLV-Vorsitzende.

  • An den beruflichen Schulen werden im laufenden Schuljahr landesweit rund 358.100 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
  • Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrerverband) vertritt in Baden-Württemberg über 10.000 Lehrerinnen und Lehrer.
  • Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V. (Berufsschullehrerverband) hat im Bereich der beruflichen Schulen in allen Personalvertretungen auf Regierungspräsidiumsebene sowie im Kultusministerium die Mehrheit.

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